So nutzen Sie den ETF-Zinseszinsrechner
Der Rechner beschreibt einen Sparplan mit einer konstanten jährlichen Wachstumsannahme. Ein ETF zahlt dabei keinen garantierten festen Zins wie in einem einfachen Zinsmodell. Der hier berechnete Zinseszinseffekt entsteht durch das fortgesetzte Wachstum des angelegten Vermögens und die angenommene Wiederanlage von Ausschüttungen.
- Startkapital eingeben. Erfassen Sie den Betrag, der zu Beginn bereits angelegt ist.
- Monatliche Sparrate und Laufzeit festlegen. Diese bestimmen, wie viel zusätzliches eigenes Geld in das Szenario fließt.
- Jährliche Bruttorendite vor TER angeben. Prüfen Sie bei übernommenen Renditewerten, welche Kosten darin bereits enthalten sind.
- TER als jährlichen Prozentsatz eintragen. Die Total Expense Ratio wird in diesem Modell gesondert berücksichtigt.
- Eine Inflationsannahme ergänzen. Damit lässt sich der spätere Depotwert zusätzlich in heutiger Kaufkraft ausdrücken.
Das Beispiel verwendet Einzahlungen zum Monatsende. Für einen Vergleich muss der Zeitpunkt der Sparrate mit der jeweiligen Berechnung übereinstimmen. Eine spätere Rate kann nicht rückwirkend am Wachstum früherer Monate teilnehmen.
Bruttorendite und TER richtig unterscheiden
Die Eingabe zur Rendite muss sich auf einen Wert vor der hier angesetzten TER beziehen. Wenn eine verwendete Rendite die entsprechenden Fondskosten bereits enthält und Sie dieselben Kosten zusätzlich abziehen, würden sie doppelt berücksichtigt.
Das jährliche Wachstum nach der modellierten TER ergibt sich aus:
Jahresfaktor = (1 + Bruttorendite) × (1 − TER)
Die Prozentsätze werden dabei als Dezimalzahlen eingesetzt. Bei beispielhaften 6% Bruttorendite und 0,20% TER lautet der Faktor 1,06 × 0,998 = 1,05788. Das entspricht 5,788% jährlichem Wachstum nach dieser Kostenannahme, nicht genau 5,8%.
Die Formel ist die vereinfachte Kostenlogik dieses Rechners. Sie bildet keine taggenaue Kostenabrechnung eines konkreten Fonds ab. Auch eine ausgewiesene TER deckt nicht automatisch sämtliche persönlichen Handels- und Depotkosten ab.
Wie Sparraten und Wiederanlage berechnet werden
Der Jahresfaktor wird in einen gleichmäßigen monatlichen Wachstumsfaktor umgerechnet. Mit q als Jahresfaktor gilt i = q^(1/12) − 1. Bei Startkapital P, Monatsrate S und m Monaten ergibt sich für Einzahlungen zum Monatsende:
K = P × (1 + i)^m + S × ((1 + i)^m − 1) / i
K ist der berechnete Depotwert. Die erste Komponente betrifft das Startkapital; die zweite berücksichtigt die unterschiedlichen Anlagezeiten der Sparraten. Falls i null ist, lautet die Berechnung K = P + S × m.
Ausschüttungen gelten im Modell als wiederangelegt. Deshalb verbleiben sie rechnerisch im Vermögen und nehmen am weiteren Wachstum teil. Würden Sie Ausschüttungen tatsächlich ausgeben, wäre diese Annahme für Ihren Zahlungsfluss nicht passend.
Beispiel: 10.000 Euro Startkapital und 300 Euro Sparrate
Angenommen werden zehn Jahre Laufzeit, 10.000 Euro zu Beginn und 300 Euro am Ende jedes Monats. Die mittlere Bruttorendite beträgt hypothetisch 6% jährlich, die TER 0,20%. Alle Werte sind frei gewählte Rechenannahmen und beziehen sich auf keinen Fonds oder Index.
Insgesamt zahlen Sie 46.000 Euro ein. Im mittleren Szenario ergibt sich ein Depotwert von 65.768,26 Euro und damit ein rechnerischer Zuwachs von 19.768,26 Euro nach der modellierten TER, aber vor ausgeschlossenen Steuern und weiteren Kosten.
| Variante | Bruttorendite pro Jahr | Depotwert nach zehn Jahren |
|---|---|---|
| Niedriger: drei Prozentpunkte weniger | 3% | 54.574,27 € |
| Ausgangsannahme | 6% | 65.768,26 € |
| Höher: drei Prozentpunkte mehr | 9% | 79.478,75 € |
Die TER bleibt in allen drei Varianten bei 0,20%. Die Rechnung behält intern ihre Genauigkeit und rundet Geldbeträge erst für die Darstellung auf Cent. Drei Prozentpunkte weniger als 6% sind 3%, nicht 5,82%.
TER-Effekt, Szenarien und Kaufkraft lesen
Ohne TER ergäbe die mittlere Bruttorendite im selben Beispiel 66.650,51 Euro. Der Unterschied zum Szenario mit TER beträgt 882,25 Euro. Dieser TER-Effekt umfasst sowohl die modellierte Kostenbelastung als auch das entgangene weitere Wachstum. Er ist daher nicht einfach eine aufsummierte Rechnung über abgebuchte Gebühren.
Die niedrigere und höhere Variante prüfen die Empfindlichkeit gegenüber einer um drei Prozentpunkte veränderten Bruttorendite. Sie enthalten weder Eintrittswahrscheinlichkeiten noch eine verlässliche Unter- oder Obergrenze. Tatsächliche Ergebnisse können außerhalb dieser Werte liegen.
Bei angenommener Inflation von 2% pro Jahr entsprechen die 65.768,26 Euro des mittleren Szenarios etwa 53.952,88 Euro heutiger Kaufkraft. Die Umrechnung teilt den zukünftigen Depotwert durch 1,02^10. Sie verändert nicht den nominalen Depotwert und berechnet nicht den individuellen realen Gewinn jeder Sparrate.
Grenzen der ETF-Simulation
Bruttorendite und TER bleiben konstant. Steuern, Ordergebühren, Spreads und Marktschwankungen werden nicht berücksichtigt. Eine gleichmäßige Wachstumsrechnung zeigt insbesondere keine zwischenzeitlichen Verluste oder unterschiedliche Kursverläufe. Das Ergebnis ist keine persönliche Anlageempfehlung.
Für eine allgemeine Verzinsung ohne separate TER-Modellierung nutzen Sie den Zinseszinsrechner. Verändern Sie hier eine Annahme nach der anderen, um den Einfluss von Laufzeit, Sparrate oder Kostenquote nachvollziehen zu können.